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Das Buga-Budget (Stand August 2007)

Der städtische Anteil (Stand August 2007)

Quelle:

DokuEntwurf07

 

 

Buga endet vor der Schlossmauer

Kosten rauf, Kosten runter: Investitionen in jüngsten Verwaltungszahlen stark beschnitten - Land sagt 45 Millionen Euro zu

Schloss raus, Wasserbahnhof raus, Tieferlegung der Neustadt raus: Nachdem die Kosten für die Gartenschau in der Verwaltungskalkulation sprunghaft angestiegen waren, fielen jetzt Großinvestitionen dem Rotstift zum Opfer, die bislang eine wichtige Rolle im Gesamtkonzept gespielt hatten. Das neue Zahlenwerk liegt jetzt in Mainz - und soll im Januar Grundlage einer Entscheidung im Stadtrat sein. Steht die Buga auf der Kippe?

KOBLENZ. 90, 103, 143, 163, 101. Keine wahllose Zahlenreihe, sondern mit Millionen und Euro dahinter das Zahlenspiel der Buga-Kosten, wie es sich in den vergangenen Monaten dargestellt hat.

Die jüngsten Zahlen - Kosten von 101 Millionen Euro - wurden in der Dezember-Sitzung des Buga-Ausschusses vorgestellt, die Aufstellung liegt derzeit in Mainz. In seiner Sitzung vom 27. Januar 2005 sollen dem Stadtrat konkrete Zahlen zu Kosten und Fördermitteln des Landes vorliegen. Dann soll auch die endgültige Entscheidung über die Buga 2011 in Koblenz fallen - so die aktuelle Planung der Verwaltung. Das Land hat zwischenzeitlich die Bewilligung einer Fördersumme signalisiert: Ein Festbetrag von 45 Millionen Euro soll nach Koblenz fließen.

Bei den Zahlen des Großprojekts gab es innerhalb eines Dreivierteljahres gravierende Sprünge. War zunächst eher vage von Kosten zwischen 90 und 100 Millionen Euro die Rede, wurde es in der Beschlussvorlage für die RatsSitzung am 11. März 2004 erstmals konkret: 103 Millionen Euro lautete die damalige Kalkulation der Verwaltung.

Einen Grundsatzbeschluss und acht Monate später folgte eine farbig bebilderte Kostendokumentation der Kocks Consult GmbH, die den Ratsmitgliedern vorgelegt wurde. Verantwortlich hierfür zeichneten das Planungsamt und das Amt für Wirtschaftsförderung. Kosten darin: 143 Millionen Euro laut Übersicht. In der Addition der in der Mappe aufgeführten Einzelmaßnahmen ergab sich gar eine Summe von gut 163 Millionen Euro. Stand: 22. November.

Kurz darauf das nächste Zahlenwerk, zusammengefasst auf vier DIN-A-4-Blättern, als neue Vorlage für den Buga-Ausschuss. Kosten: 101 Millionen Euro. Stand: 8. Dezember. Binnen weniger Tage schrumpfte das Volumen der Bundesgartenschau um 42 Millionen Euro.

Die Kürzungen in der Kalkulation betreffen die Kosten der Durchführung kaum. Diese gingen um 800 000 Euro zurück: von knapp 54 Millionen auf 53 Millionen Euro. Anders sieht es bei den Investitionen aus, die um 41 Millionen Euro zusammengestrichen wurden. Am Ende blieben nur noch 48 Millionen Euro übrig. Das Verhältnis hatte zuvor in den vorangegangenen Kalkulationen noch ganz anders ausgesehen (siehe "Im Detail" auf dieser Seite).

Projekte wurden gekippt: Das Koblenzer Schloss war ursprünglich mit 20 Millionen Euro angesetzt. Die Verwaltung selbst rechnete in ihrer Aufschlüsselung vom 22. November mit wenigstens 15 Millionen Euro für Ankauf und Sanierung. In der neuen Aufstellung sollen nur noch 6,4 Millionen zur Verfügung stehen - für einen Schlossgarten ohne das Gebäude.

Etats wurden gekürzt: Für das Lützeler und Neuendorfer Ufer sollten ursprünglich sechs Millionen Euro zur Verfügung stehen - 2,8 Millionen Euro wurden daraus. Statt der Tieferlegung der Neustadt (9,5 Millionen) bleibt dort nur die Neugestaltung von Passage und Kreisel (zwei Millionen Euro). Auch für das Theodor-Heuss-Ufer steht weniger Geld bereit: 900 000 statt zwei Millionen Euro.

Etats wurden gestrichen, etwa für den Bau des Wasserbahnhofs am Rhein (ursprünglich rund vier Millionen Euro) oder den Bau einer Brücke über die Hafeneinfahrt des Wasser- und Schifffahrtsamts (eine Million Euro). In die Buga-Kalkulation ohnehin nicht einbezogen sind die Koblenzer "Dauerbaustelle" Zentralplatz und der Hochwasserschutz in Lützel.

Auch bei den erhofften Einnahmen haben sich die Zahlen gewandelt: Ging man noch im März von 20 Millionen aus, so wird jetzt mit 25 Millionen Euro gerechnet. Dabei sind in der Kalkulation Besucherzahlen von bis zu drei Millionen angepeilt. Diese Zahlen lägen zwar 15 bis 30 Prozent über denen der fünf zuletzt veranstalteten Bugas. Das sei aber gerechtfertigt. Wörtlich heißt es: "Diese Prognose erscheint plausibel, da Koblenz zentral in Deutschland liegt und über Schienenwege, Bundesautobahnen und die regionalen Personenschifffahrtsverbindungen optimal angebunden ist."   (Ingo Schneider)

Rhein-Zeitung - Ausgabe Koblenz Stadt vom 31.12.2004, Seite 19.

 

Die Buga 2011 als Zahlenspiel

Innerhalb eines Dreivierteljahres gab es drei schriftlich fixierte Kalkulationen der Kosten und Einnahmen der Bundesgartenschau, die die Stadtverwaltung vorgelegt hat. Diese unterschieden sich in Ausgaben und Einnahmen erheblich:

 

Stand: 11. März 2004

Kosten gesamt: 103 Millionen Euro

Investitionen: 62 Millionen Euro

Durchführung: 41 Millionen Euro

Einnahmen: 20 Millionen Euro

 

Stand: 22. November 2004

Kosten gesamt: 143 Millionen Euro

Investitionen: 89 Millionen Euro

Durchführung: 54 Millionen Euro

Einnahmen: 25 Millionen Euro

 

Stand: 8. Dezember 2004

Kosten gesamt: 101 Millionen Euro

Investitionen: 48 Millionen Euro

Durchführung: 53 Millionen Euro

Einnahmen: 25 Millionen Euro

 

Rhein-Zeitung - Ausgabe Koblenz Stadt vom 31.12.2004, Seite 19.