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Presseartikel 2008 zur BUGA

 

RZ1a

 

 

 

Die Rheinstraße wird Tor zur Altstadt

Stadtrat berät heute über Neugestaltung - Fußgänger sollen mehr Platz erhalten - Kreisel zur Karmeliterstraße - Alleecharakter soll gestärkt werden

Bislang ist die Rheinstraße nicht eben eine Flaniermeile. Das soll sich bis zur Buga ändern: Dann wird nämlich die Verbindung der Altstadt mit Konrad-Adenauer-Ufer eine noch höhere Bedeutung erhalten. Mit einer Neuordnung soll die Straße bald einen neuen Charakter erhalten.

KOBLENZ. Die Rheinstraße in Koblenz soll bis zur Bundesgartenschau 2011 ein würdiges Tor zur Altstadt werden. Pläne für eine umfangreiche Neugestaltung hat die Bauverwaltung vorgelegt, heute wird sich der Stadtrat in seiner letzten Sitzung des Jahres damit beschäftigen.

Das Ziel: "Die Rheinstraße soll das Entree zur Altstadt werden", kündigt Baudezernent Martin Prümm (CDU) an. Notwendig sei dazu eine erhebliche Aufwertung der Straße. Grundlage ist das langfristige Ziel, das Ufer zur Buga fast vollständig vom Verkehr zu befreien. Die Rheinstraße wird dann Teil einer Rundfahrt, die Reisebusse weiter werden nehmen können: von der Stresemannstraße vorbei am Oberlandesgericht runter zum Ufer und dann über die Rheinstraße in Richtung Karmeliterstraße wieder hoch. "Die Rheinstraße wird eine unechte Einbahnstraße", erläutert Prümm. Der Weg in Richtung Rhein hinunter soll Anwohnern und Anliegern mit Parkberechtigung vorbehalten sein, so Prümm - auf einer Strecke von 70 Metern, bis zur Toreinfahrt des BWB.

Am oberen Ende der Rheinstraße, der Kreuzung mit der Karmeliter- und der Kastorpfaffenstraße, ist ein Minikreisel geplant, der überfahren werden kann. Der Außenradius soll 17 Meter betragen. So soll sichergestellt werden, dass dort nicht zu schnell gefahren wird.

Die Parktaschen zum Konrad-Adenauer-Ufer hin werden entfallen. Dafür soll es Behindertenparkplätze an der Kreuzung zur Karmeliterstraße geben.

Der Gehweg in der Rheinstraße soll auf beiden Seiten ausgebaut werden - auf einer Breite von 2 bis 5,75 Meter. Gestaltet wird er mit Natursteinen aus Grauwacke, die auch am Konrad-Adenauer-Ufer zum Einsatz kommen werden. Nach eingehender Prüfung der Höhenverhältnisse und der Abstimmung mit dem Eigenbetrieb Grünflächen- und Bestattungswesen sollen die vorhandenen drei Linden nicht nur erhalten werden, der Bestand soll um drei weitere ergänzt werden. Um, wie die Verwaltung erläutert, "den für das Straßenbild wünschenswerten Promenadencharakter durch die gleichmäßige Abfolge von Baumstandorten" zu erzielen. Die Geländekante zur Seite mit den Gaststätten wird durch eine Treppenanlage ausgeglichen.

Zur Buga soll der Umbau fertig sein. "Im Laufe des Jahres 2010", gibt Martin Prümm als Zeitachse vor. Die Kosten belaufen sich auf rund 580 000 Euro.    Ingo Schneider

Rhein-Zeitung - Ausgabe Koblenz und Region vom 19.12.2008, Seite 20.

Grauwacke

So soll er einmal aussehen: der neue Bodenbelag aus Grauwacke, hier auf einem Musterabschnitt am Konrad Adenauer-Ufer. Aufgenommen im Dezember 2008 bei einer Bürgerinformation der CDU-Ratsfraktion.

(Foto: H.-J. Wurzbacher)

 

Buga für 20 Euro

Eintrittspreise stehen

KOBLENZ. Ein Besuch der Bundesgartenschau 2011 in Koblenz wird für Erwachsene 20 Euro kosten. Dauerkarten sind ab dem 15. April 2010 im Vorverkauf für 110 Euro zu haben. Nach der Eröffnung kosten diese 120 Euro. Die Preise liegen damit über denen der Buga 2009 in Schwerin. Allerdings wird im Eintrittspreis die spektakuläre Seilbahnfahrt vom Deutschen Eck über den Rhein zur Festung Ehrenbreitstein enthalten sein, wie der Koblenzer Buga-Geschäftsführer Hanspeter Faas betont. Und: Auch die meisten der gut 3000 Veranstaltungen in der Buga-Zeit werden nichts extra kosten.

Eine Familienkarte wird es nicht geben. Dafür, so Faas, kostet Karte für Kinder und Jugendliche nur fünf Euro.

Das bei Spaziergängern beliebte und zum Deutschen Eck führende Konrad-Adenauer-Ufer wird auch weitgehend ohne Eintritt zugänglich sein. Die geplante Seilbahn können dafür im Buga-Jahr 2011 nur deren Besucher nutzen: Sowohl die Talstation in der Nähe des Deutschen Ecks als auch die Bergstation auf dem Festungsgelände liegen mitten in den Buga-Kernbereichen.

Nach dem Ende der Gartenschau bleibt die Seilbahn aber für zwei weitere Jahre in Betrieb. Eine Hin- und Rückfahrt kostet dann für Erwachsene acht, für Kinder und Jugendliche fünf Euro.    (is), Rhein-Zeitung - Ausgabe Koblenz und Region vom 18.12.2008, Seite 3.

 

Seilbahnpreise

Während der Buga - also ab dem 15. April 2011 - kann die Seilbahn genutzt werden, aber nur mit gültiger Buga-Eintrittskarte. Im Preis für die Tageskarte und die Dauerkarte ist eine Hin- und Rückfahrt (pro Tag) enthalten. Wer mehrmals an einem Tag fahren will, zahlt als Erwachsener 8 Euro (in der Gruppe: 7 Euro), als Kind 4 Euro (in der Gruppe: 3 Euro) pro weitere Hin- und Rückfahrt. Diese Preise gelten dann auch nach dem 16. Oktober 2011 - dem offiziellen Ende der Buga.

Rhein-Zeitung - Ausgabe Koblenz und Region vom 18.12.2008, Seite 11.

 

2008: Buga-Macher ziehen Bilanz

Planerin Kirchner stellte bei Pressegespräch aktuellen Stand vor - OB: Wir sind im Zeitplan - Lewentz: Geld ist gut angelegt

Die Buga kommt und verändert die Stadt. Die Planer sind mit dem ausgehenden Jahr 2008 sehr zufrieden - und blicken optimistisch auf den Zeitraum bis zum 15. April 2011. Viele Details der Ausstellungskonzeption stehen, vielerorts wird bereits gebaut. Und das Land kündigt an, dass Koblenz 2009 auf Platz eins der städtebaulichen Förderung liegen wird.

KOBLENZ. Das Jahr 2008 war für die Buga-Planer nach eigener Einschätzung ein sehr gutes Jahr. Gartenschau-Chef Hanspeter Faas sprach bei der gestrigen Pressekonferenz zum Jahresabschluss von einem "Erfüllungsgrad von 95 Prozent. Ein sehr guter Wert." Und er wurde mit dieser Einschätzung von Oberbürgermeister Dr. Eberhard Schulte-Wissermann wie auch von Innenstaatssekretär Roger Lewentz voll unterstützt.

"Wir sind im Zeitplan", zeigte sich der Koblenzer Stadtchef zufrieden. Die Buga ist für ihn das Konjunkturprogramm zur rechten Zeit. "Genau in dem Moment, in dem die Wirtschaft kränkelt, entzünden wir in Koblenz ein Feuerwerk."

Gemeint sind die Investitionen von 102 Millionen Euro, die nach Hoffnung des OB ein Vielfaches an Folgeinvestitionen auslösen werden. Und diese werden von Lewentz" Erfahrung mit anderen Großprojekten klar belegt. Ein guter Auftakt sei die Landesgartenschau in Bingen gewesen. Jetzt solle die Steigerung "Buga in Koblenz" folgen. Dem Land ist das einen Zuschuss von 49 Millionen Euro wert. "Koblenz wird im nächsten Jahr auf Platz eins der städtebaulichen Förderung des Landes stehen", so Lewentz. Und das völlig zu Recht, betont er. "Die Menschen müssen jetzt mitbekommen, dass wir ihr Geld gut und zukunftsweisend investieren."

Und zwar für den Umbau einer Stadt, wie Buga-Chef Faas feststellt. Faszinierend sei es, zu sehen, wie viel sich in den Köpfen der Entscheider in Koblenz im Zuge dieses Prozesses verändert hat. Faas: "Es macht richtig Spaß."

Nicht nur der Blick auf das fast abgelaufene Jahr 2008 und auf die grundsätzlichen Erwägungen stand aber gestern auf der Tagesordnung: Chefplanerin Ulrike Kirchner gab auch einen Überblick über die laufenden Arbeiten und die Konzeption der Ausstellung. Viele der bereits begonnenen Bauarbeiten sollen 2009 abgeschlossen werden. So sollen die Maßnahmen im Blumenhof voraussichtlich im März oder April abgeschlossen sein. Im März werden wohl bereits die Fundamente der Seilbahnstation am Konrad-Adenauer-Ufer Gestalt annehmen. Der Ausbau des Schlossgartens ist für die Zeit von Januar bis Juni 2009 vorgesehen, die Gestaltung der Freifläche auf dem Schlossvorplatz soll von Mai bis September folgen. Ein Höhepunkt - der im Übrigen ohne Eintrittskarte frei zugänglich sein wird - hat ebenfalls einen festen Zeitplan: Die 100 Meter breite Sitzstufentreppe am Rheinufer hinter dem Schloss soll von Februar bis September entstehen.

"Wir sind mit den Planungen ein ganzes Stück weiter und können uns jetzt auf die Ausstellungskonzeption konzentrieren", wie Ulrike Kirchner betonte. Und über der Idee für alle drei Ausstellungsorte steht der Begriff des Zeitenwandels. Die Schönheit der Pflanzen wird ebenso zur übergeordneten Leitidee wie die Wissensvermittlung und die Schlagworte Kultur, Kunst und Geschichte.

Der Kernbereich Schloss steht unter dem Motto "Die Rückkehr, der Wandel des Schlosses". Für die Menschen unzugängliche Flächen sollen geöffnet und zur Entdeckungstour freigegeben werden. "Kultur im Wandel" ist dagegen die Idee des Bereichs Blumenhof. Zudem soll hinter dem Eck ein Platz für vielfältige Begegnungen entstehen. Das Thema Wasser soll mit einem Ausstellungsschiff, das am Peter-Altmeier-Ufer auf Besucher wartet, sowie mit einem Wasserspielplatz aufgegriffen werden.

Das Festungsplateau und die Festung selbst erhalten ebenfalls eine Überschrift: "Welt im Wandel". Die Blumenhallen werden hoch über Koblenz versammelt. "Grüne" Gegenwarts- und Zukunftsthemen werden sich auf dem Plateau ebenso wiederfinden wie eine Präsentation der gärtnerischen Berufe, der Förster, Imker, Kirchen sowie der Region und des Landes.

Eine Neuerung soll es übrigens allen Interessierten ab dem Frühjahr ermöglichen, sich aktiv für die Buga zu engagieren: In einem Förderverein können Bürger als Buga-Botschafter fungieren - auch über die Stadtgrenzen hinaus.

   Ingo Schneider, Rhein-Zeitung - Ausgabe Koblenz und Region vom 18.12.2008, Seite 13.

 

"Ich nenne das Demokratie"

Eine Pressemitteilung zu Baumfällungen in Koblenz sorgt für Unmut bei der Buga-GmbH.

Die Buga-Planer sind "verärgert". Der Grund: Nach der "positiven Überraschung" einer gemeinsamen Pressekonferenz wagt es der selbstständige und anerkannte Umweltverband BUND doch tatsächlich, eigene Verlautbarungen direkt vor Ort und über die Medien an die Koblenzer Öffentlichkeit zu bringen. Und dies war und bleibt bitter nötig, bevor (!) noch weitere wertvolle Bäume fallen - am Eingang des Ludwig Museums, an der Talstation der Seilbahn bei St. Kastor, am Pegelhaus, an der Kaimauer, am Görres-Denkmal, am Reichensperger Platz und rund ums Schloss.

An dem einen oder anderen Punkt scheint nun mancher Baum aufgrund der Proteste beziehungsweise der fachlichen Überprüfungen erhalten zu bleiben. Hierüber freuen wir Koblenzer uns, und es ist völlig egal, wer sich diesen Erfolg an die Brust heftet. Hauptsache, die Bäume bleiben stehen.

An anderen Stellen bleiben Proteste und formelle Einwendungen weiterhin erforderlich: Der Ausgleich von mindestens 1:3, wie bereits in der "gemeinsamen Erklärung" des BUND, des Naturschutzbeirats und der Buga am 4. Juni festgestellt, ist nach wie vor bei Weitem nicht erreicht. Ein Ausgleich in der Innenstadt (ebenfalls dort nachzulesen) findet nicht statt. Eine Baumschutzsatzung (siehe dort) gibt es in Koblenz immer noch nicht, und beim "städtebaulich und stadtökologisch nicht vertretbaren" (Zitat) nahezu unbegrünten Parkplatz zwischen Schloss und Pfaffendorfer Brücke ist keinerlei Kompromissbereitschaft zu erkennen.

Noch nicht einmal die vereinbarten regelmäßigen Informationstreffen wurden einberufen, sondern man erfährt über Zeitungsbeilagen von Planänderungen.

Ist es da nicht verständlich, ja sogar geboten, wenn sich der BUND nicht als Schoßhündchen der mächtigen Planer versteht und mit eigenen Meinungsbekundungen Gehör verschafft? Manch einer mag das als Verletzung der "Grundregeln des Umgangs" ansehen. Ich nenne das Engagement, Demokratie und Zivilcourage.

Egbert Bialk, BUND Koblenz,

Leserbrief in der Rhein-Zeitung - Ausgabe Koblenz und Region vom 18.12.2008, Seite 12.

 

Österreicher bauen die Buga-Seilbahn

Konzession für Weltmarktführer Doppelmayr - Unterschriftsreife Verträge

Für viele war es ein Traum, der nie in Erfüllung gehen würde. Jetzt wird die Seilbahn vom Konrad-Adenauer-Ufer zur Festung Ehrenbreitstein doch gebaut. Die Verträge liegen unterschriftsreif in der Schublade. Der Rest ist Formsache. Die Konzession wird nach Österreich gehen.

KOBLENZ. Die Buga-Seilbahn wird bereits im August 2010 fertiggestellt. Noch im Sommer soll es die ersten Probefahrten geben. Pünktlich zum Buga-Auftakt wird die neue Verbindung vom Konrad-Adenauer-Ufer zur Festung Ehrenbreitstein offiziell in Betrieb genommen. Das waren die beiden wichtigen Botschaften, die Buga-Geschäftsführer Hanspeter Faas gestern verkündete, der dieses Mal nicht verschweigen wollte, wie stolz er auf das Erreichte ist. Denn nach einem rund zweieinhalbjährigen zähen Ringen um die Verbindung der Buga-Kernbereiche erscheint das Ergebnis wie ein kleines Wunder - zumal die Stadt mit Ausnahme eines "kleinen sechsstelligen Betrags für die Planung" keine Mittel hatte, um das aufwendige Werk auch tatsächlich zu realisieren. Jetzt wird alles ganz schnell gehen, weil der Seilbahn-Spezialist Doppelmayr in Koblenz einsteigt.

Kosten amortisieren sich

Die Österreicher, die mit ihren 2600 Mitarbeitern in 20 Ländern aktiv sind, sind unangefochtene Weltmarktführer und stark genug, die Anlage so zu betreiben, dass sich die Investitionen innerhalb von drei Jahren amortisieren. Wie viel Geld das traditionsreiche Unternehmen aus Wolfurt bei Bregenz am Bodensee einsetzen will, wollte Marketingleiter Ekkehard Assmann bei der Pressekonferenz nicht sagen. Allerdings war auch die Botschaft wichtiger, dass die Stadt keine Mittel für den Bau der hochkomplexen Anlage einsetzen muss: Doppelmayr hatte sich im mehrstufigen Vergabeverfahren durchgesetzt und erhält nun die Konzession, die Seilbahn bis Ende 2013 zu betreiben. Danach muss das wichtigste Buga-Verkehrsmittel abgebaut werden - die Unesco will es so, weil sonst der Welterbe-Status des Mittelrheintals gefährdet wäre. Mit der temporären Lösung können sowohl die Stadt als auch der Betreiber gut leben - die Seilbahn kann an anderer Stelle wieder aufgebaut werden. Vorteil der Interimslösung: Berg- und Talstation müssen weniger massiv sein als dauerhafte Lösungen. Die Doppelmayr-Repräsentanten sprachen von sehr leichten Konstruktionen, die durch Dachmembrane geschützt werden. Unter dem Strich werden die Beeinträchtigungen für die Umgebung weit geringer sein als von Skeptikern befürchtet.

Kleiner Wermutstropfen: Am Konrad-Adenauer-Ufer müssen sechs Bäume gefällt werden. Hanspeter Faas wies aber ausdrücklich darauf hin, dass man alle ökologischen Argumente abgewogen habe. Ein Verzicht auf die Seilbahn hätte Mehrbelastungen durch den Buspendelverkehr zur Folge gehabt. Für die Planer spricht somit auch die Ökobilanz für die Seilbahn, die gleichzeitig eine Buga-Attraktion und ein leistungsstarkes Verkehrsmittel sein wird. Die insgesamt 18 barrierefreien Kabinen, in denen jeweils 35 Personen Platz finden, sollen im Verlauf der Buga rund zwei Millionen Fahrgäste transportieren.

Weitgehend stützenlos

Pro Richtung und Stunde können bis zu 3800 Buga-Gäste zwischen den beiden Kernbereichen pendeln, wobei die Kabinen im 37-Sekunden-Takt verkehren. Das Besondere an der Anlage ist, dass auf der gesamten Streckenlänge von rund 890 Metern nur zwei Stützen gesetzt werden müssen - bei der stützenlosen Überspannung von größeren Strecken sind die Österreicher Weltrekordhalter. Die Seilbahn in Kitzbühel bringt es auf 2500 Meter, die "Olympiastrecke" in der Nähe des kanadischen Vancouver sogar auf 3000 Meter. Dabei sind die dreiseiligen Konstruktionen extrem sicher. In den vergangenen 50 Jahren ist es nach Doppelmayr-Angaben nirgendwo vorgekommen, dass ein Seil gerissen ist.

Das entscheidende Argument war neben den ästhetischen Besonderheiten - so wird die Bergstation vom Rheinufer aus nicht zu sehen sein - besonders die kaufmännische Kalkulation. Für die Buga-Gäste hat das den Vorteil, dass pro Tag eine Hin- und Rückfahrt im Eintrittspreis enthalten sind. Nach der Buga soll die jeweils vierminütige Tour 8 Euro kosten. Die Koblenz-Touristik wird dann die Attraktion vermarkten.

Wer Höhenangst hat, muss nicht Seilbahn fahren. Es wird einen Pendelverkehr geben. Auch die Fährverbindung bleibt erhalten. An einem detaillierten Verkehrskonzept wird noch gearbeitet.   (ka)

 

Rhein-Zeitung - Ausgabe Koblenz und Region vom 27.11.2008, Seite 13.

 

 

 

HertieHaus

Bauloch

Fotos: (c) H.-J. Wurzbacher

 

Der Zentralplatz wird bis zur Buga 2011 nicht fertig sein

Verwaltung: Einzelhandelsgebäude öffnet frühestens im Herbst 2011

KOBLENZ. Das Forum Mittelrhein auf dem Zentralplatz wird bis zur Eröffnung der Bundesgartenschau im April 2011 nicht fertig. Mit dieser klaren Einschätzung der Koblenzer Verwaltung und der Investoren Strabag Real Estate und ECE geht der Stadtrat in seine Sondersitzung am Donnerstag, in der über die Verträge zwischen Stadt und Investoren beraten werden soll. Selbst wenn in dieser Sitzung alle notwendigen Beschlüsse gefasst werden, wird sich die Bauzeit so verlängern, dass bei der Buga weiterhin eine Baustelle auf dem Zentralplatz zu sehen sein wird.

Für den Kulturbau kalkuliert die Projektleitung mit einer Übergabe des Rohbaus im vierten Quartal 2010. Der Endausbau durch die Stadt und der Umzug der neuen Nutzer - Mittelrhein-Museum, Bibliothek und Co. - wird sich bis zum Sommer 2011 hinziehen. Beim Einzelhandelsgebäude wird nach derzeitiger Kalkulation die Fassade bis zur Buga fertig und nur noch ein Kran - oder keiner mehr - auf dem Zentralplatz zu sehen sein. Aber: Um das Gebäude herum wird dann auch weiter ein Bauzaun stehen. Der Innenausbau wird sich bis zum Herbst ziehen: Die Eröffnung kann daher frühestens im Herbst 2011 erfolgen - zur Herbst-/Winter-Kollektion in den Bekleidungsgeschäften.

Der Grund für die verlängerte Zeitachse ist einfach: In den Sitzungen vom 12. Juni und 25. September sowie in der Sondersitzung vom 27. Oktober wurden keine Beschlüsse zu den Verträgen gefasst. Daher, so die Ausführungen in den Unterlagen für die anstehende Sitzung, "kann aus Sicht der Investoren keine ausreichende Planungssicherheit gegenüber den konzerninternen Gremien zwecks Freigabe weiterer Planungsmittel belegt werden". Und dabei handelt es sich um mehrere Millionen Euro, die intern bei Strabag und ECE, aber auch extern bei Architekten und Fachplanern entstehen werden.

Und auch die neue Zeitachse steht unter dem Vorbehalt, dass jetzt alles aus Sicht der Planer "glatt" läuft.

Soll heißen: keine Klagen und oder Rechtsmittel gegen die Verträge, den Bebauungsplan oder die Baugenehmigung - jedenfalls keine, die Erfolg haben oder die Realisierung verzögern können. In zwei anderen Punkten gibt es bessere Neuigkeiten:

● Vom Mutterkonzern Strabag SE (Villach/Österreich) liegt der Stadt das Angebot vor, eine unbegrenzte "Patronatserklärung" für die Realisierung des Projekts "Forum Mittelrhein" abzugeben. Mit einer solchen Erklärung verpflichtet sich ein Unternehmen, dafür zu sorgen, dass eine Tochtergesellschaft Kreditverpflichtungen, die diese übernimmt, nachkommt beziehungsweise dass deren Verbindlichkeiten erfüllt werden.

● In einem Gespräch mit dem Innenministerium und der Aufsichtsbehörde wurde der Stadt Anfang November signalisiert, dass der Miet-Kauf-Vertrag zum geplanten Kulturbau genehmigungsfähig ist. Mit diesem Vertrag wird geregelt, dass die Stadt nach 30 Jahren Eigentümerin des Kulturbaus wird. Erst wenn die Verträge unterzeichnet sind, kann auch die förmliche Genehmigung des Vertrags folgen.   Ingo Schneider

 Der Rat tagt am Donnerstag, 27. November, um 16 Uhr im Historischen Ratshaussaal

 

Rhein-Zeitung - Ausgabe Koblenz und Region vom 22.11.2008, Seite 19.

 

Frührömisches Kastell entdeckt

Stadtgeschichte auf den Kopf gestellt: Antiker Graben an der Basilika St. Kastor weist in die Zeit des Imperators Augustus

Die Buga macht es möglich: Bauarbeiten eröffnen den Koblenzer Archäologen einmalige Möglichkeiten. Die Wissenschaftler nutzen ihre Chance. Jetzt haben sie sogar das schon fast legendäre frührömische Kastell entdeckt - in unmittelbarer Nähe des Rheinufers!

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Foto: H.-J. Wurzbacher

KOBLENZ. Die Ausgrabungen an der Basilika St. Kastor wirbeln die Koblenzer Stadtgeschichte gehörig durcheinander: Mitarbeiter der Direktion Archäologie legen derzeit die Reste eines Kastellgrabens frei. Der Befund weist den Weg in die Zeit des römischen Kaisers Augustus. Details wurden gestern den Medien präsentiert.

"150 Jahre lang haben Forscher im Bereich der Koblenzer Altstadt vergebens nach Spuren eines frührömischen Kastells gesucht. Aber erst jetzt haben wir einen konkreten Nachweis", so Dr. Dr. Axel von Berg. Der Leiter der Koblenzer Außenstelle der Direktion Archäologie nutzt den Anlass, gleich mit einem alten Irrtum aufzuräumen, der in vielen Büchern zu lesen war: "Auf dem Münzplatz hat es nie ein Kastell gegeben. Die Keimzelle des antiken römischen Koblenz liegt im Bereich der Kastorkirche", betont Axel von Berg.

Die Archäologen profitieren derzeit besonders von den Bauarbeiten für die Buga 2011. Erst kürzlich wurden auf dem Schloss-Vorgelände bedeutende Siedlungsfunde des frühen ersten Jahrhunderts gemacht (die RZ berichtete). Jetzt eröffneten die Ausschachtungsarbeiten für eine Pumpstation südlich des Blumenhofs die Möglichkeit, den dazugehörigen Militärstützpunkt aufzuspüren. Der Verlauf der Arbeiten - geplant sind zwei Wasseranlagen - wird sich nur unwesentlich verzögern. Allerdings rechnet Buga-Geschäftsführer Hanspeter Faas mit Mehrkosten, weil der bemerkenswerte Befund den künftigen Besuchern präsentiert werden soll. Wie das aussehen wird, steht noch nicht fest. Allerdings ließen gestern Kultur-Staatsekretär Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig und Generaldirektions-Chef Thomas Metz keinen Zweifel daran aufkommen, dass das Land ein reges Interesse daran hat, auch im Rahmen der Buga so viele Informationen wie möglich an den Mann zu bringen. Denn der Befund hat es nicht nur wegen des Spitzgrabens in sich. Zum "Gesamtpaket" gehören sowohl die Reste eines Tempels - er wurde nach Aufgabe des Kastells infolge des Limesbaus errichtet - als auch karolingische Gräber. Dieser Befund dürfte eine Diskussion neu beleben, die vor 19 Jahren erbittert geführt wurde, dann aber von der etablierten Forschung beendet wurde. Die lange bekämpfte These, dass das antik-frühmittelalterliche Koblenz zwei Zentren und einen Königshof bei St. Kastor hatte, dürfte jetzt wieder aktuell werden. Fest steht: Das gesamte Areal zwischen Rhein-Mosel-Halle und Kastorkirche war hochwasserfrei und wurde in frührömischer Zeit intensiver genutzt als der heutige Altstadtkern. Und: Parallel zur alten Römerstraße - aus der die Löhrstraße hervorging - gab es eine Rheinuferstraße, die zu einer Furt führte, über die die Mosel überquert werden konnte. Diese Übergang - und auch die im Jahr 49 errichtete Rheinbrücke wurden durch das Kastell gesichert. Reinhard Kallenbach

Rhein-Zeitung - Ausgabe Koblenz und Region vom 20.11.2008, Seite 9.

 

 

Buga hat keinen Einfluss auf Pegel

Planer betonen: Veränderungen am Ufer ohne Wirkung für Hochwasserlagen - Und: Gefahr durch steigenden Rhein einkalkuliert

Hochwasser ist in Koblenz keinesfalls ein gern gesehener Gast. Unter oft schmerzhaften Bedingungen hat man aber lernen müssen, damit zu leben. Doch welchen Einfluss hat die Gefahr steigender Pegel auf die Planungen für das Großereignis Bundesgartenschau? Und umgekehrt: Haben die vielen Veränderungen für die Buga Einfluss auf die Launen von Rhein und Mosel?

KOBLENZ. Die Baumaßnahmen zur Bundesgartenschau in Koblenz werden keine negativen Auswirkungen auf die Hochwassersituation haben - weder in Koblenz noch bei den Nachbarn am Fluss. Im Gespräch mit der RZ berichten die Buga-Planer, wie wichtig die Frage steigender Pegel bei der Planung des Großereignisses im Jahr 2011 sind. Und das gleich mit zwei Aspekten: Wie wirkt sich die Buga auf Rhein und Mosel aus? Und: Was blüht der Gartenschau im Falle eines Hochwassers?

Die erste Frage ist leicht zu beantworten: "Die Baumaßnahmen zur Buga sind hochwasserneutral geplant", betont Dr. Roland Boettcher. Im Klartext: Sie werden keinen Einfluss auf die Hochwassersituation haben. Der Urbarer Boettcher berät die Buga-GmbH aus Sicht des Ingenieurs für Wasserwirtschaft und Wasserbau. Und ein Experte ist dabei auch vonnöten, angesichts der strengen Regeln, die auch bei kleinsten Eingriffen im sensiblen Uferbereich gelten. Jeder neue Baum am Ufer beeinflusst die Strömung im Falle eines Hochwassers. Minimal vielleicht, aber es kann sich schnell summieren. Boettcher: "Und wir sprechen hier immerhin von einer Strecke von 1200 Metern entlang dem Rhein und 700 Metern entlang der Mosel." Da schauen auch die Nachbargemeinden hin - und zwar ganz genau. Daher muss alles eng mit der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord abgesprochen sein. "Für uns ist es selbstverständlich, dass wir diese Problematik von Anfang an zu beachten hatten", betont Buga-Chefplanerin Ulrike Kirchner. Und zwei Stellen bereiteten da die meisten Bauchschmerzen: die geplante Freitreppe am Schloss und die Rheinbastion, eine Art Balkon an der Uferpromenade am Deutschen Eck. Beide Maßnahmen ragen nämlich in den Flussbereich hinein und verletzen damit einen ehernen Grundsatz: "Das Abflussprofil ist tabu", wie Roland Boettcher erläutert. Und so musste zunächst ein Kompromiss gefunden werden, der die Störung minimiert, aber dennoch den gestalterischen Ansprüchen und Ideen gerecht wird.

Im Übrigen sind aber die wasserrechtlichen Vorgaben eben nur ein Teil des Themas "Buga und Hochwasser". Steigende Pegel können die Gartenschau und ihre Baumaßnahmen für Koblenz gleich mehrfach treffen: zum einen während der Bauphase, dann in der Gartenschauzeit und schließlich danach - wenn das Wasser die vielen Neuerungen am Ufer gefährdet. Klar ist, dass gegen ein Jahrhunderthochwasser kein Kraut gewachsen ist. Kein Grund aber, nicht gegen weniger gravierende Pegelstände Vorsorge zu treffen: "In unserer Ausstellungskonzeption reagieren wir auch auf die Gefahr, dass es ein Frühjahrshochwasser geben könnte", berichtet Ulrike Kirchner. Möglichst wenig soll in direkter Ufernähe frühzeitig fest installiert werden. "Wir verwenden viel, was kurzfristig aufbaubar ist." Auch künftig werden etwa die Kioske am Konrad-Adenauer-Ufer mobil sein müssen - damit sie im Bedarfsfalle schnell abtransportiert werden können. Und auch der Ausbaustandard und die Ausbauart wird mit Blick auf mögliche Hochwasser gewählt - auch über das Jahr 2011 hinaus. Schließlich soll eine millionenschwere Uferneugestaltung nicht beim nächsten Pegelanstieg den Rhein hinuntergespült werden. "Neues Pflaster darf nicht so verlegt werden, dass es vom Wasser unterspült werden kann", erläutert Kirchner. Insgesamt soll alles Neue direkt am Ufer einem Hochwasser möglichst wenig Angriffsfläche bieten. "Wasser ist gnadenlos", betont Roland Boettcher, "und niemand will schließlich nach jedem Hochwasser alles erneuern müssen."    Ingo Schneider

Rhein-Zeitung - Ausgabe Koblenz und Region vom 13.11.2008, Seite 9.

 

 

Biologe: Alle Bäume am Rheinufer fällen

Dr. Kothé: "Buga als Chance für Neuanfang für Anlagen am Deutschen Eck"

Die Bundesgartenschau kommt - und viele Bäume fallen: Das ist vielen Koblenzern ein Dorn im Auge. Doch während sich bislang vor allem diejenigen zu Wort melden, die um den Erhalt jedes Baumes kämpfen, gibt es auch die genaue Gegenmeinung.

KOBLENZ. Alle Bäume am Konrad-Adenauer-Ufer sollen zur Bundesgartenschau 2011 gefällt werden. Das fordert jedenfalls der Koblenzer Dr. Peter Kothé. Nur so kann aus seiner Sicht die große Chance genutzt werden, die Rheinanlagen in diesem Bereich endlich gärtnerisch vernünftig neu zu gestalten. Eine auf den ersten Blick überraschende Forderung, die zudem aus profiliertem Munde kommt: Der promovierte Diplom-Biologe Kothé ist ein namhafter Gewässerökologe, leitete jahrelang die Abteilung Umwelt und Ökologie bei der Bundesanstalt für Gewässerkunde.

"Als Biologe bin ich von Hause aus ein Anwalt der Natur", betont Kothé. Und dennoch kann er die Beweggründe der Baumschützer nicht nachvollziehen - angesichts des verwahrlosten Zustands der fraglichen Bäume. "Als Naturwissenschaftler und jemand, der ein ganzes Berufsleben lang auf dem Gebiet der angewandten Ökologie tätig war, kann ich angesichts der unsäglichen Debatten um die richtige Gestaltung am Deutschen Eck unmöglich schweigen. Zurzeit beherrschen Begriffsverwirrungen und verhärtete Fronten die Kontroverse um den Bereich des Konrad-Adenauer-Ufers." Sein Standpunkt ist klar: Die Ökologie kann keine Argumentationshilfen für die Bewahrung des alten Zustands und keinerlei Handlungsanweisung für die Planer bieten. Sie sei, im Gegensatz zu einer von Ideologen in die Gesellschaft hineingetragenen vorwissenschaftlichen Anschauung, nicht etwa die Lehre vom Gleichgewicht in der Natur oder gar vom Naturschutz. Kothé: "Sie beinhaltet die wissenschaftliche Erforschung des ständigen Wandels in der Natur. Insofern stehen konservierender Naturschutz und Ökologie sogar in logischem Gegensatz zueinander." Zudem sei das Wort "Ökologie" längst eine Worthülse geworden, die jedermann rein opportunistisch mit beliebigen Inhalten füllen kann.

Für Peter Kothé gibt es nur einen Maßstab für den Abschnitt zwischen Pegelhaus und Deutschem Eck: den Anspruch des Gartenbauers. Und dieser sollte sich am Erbe des Peter Josef Lenné orientieren. Das bedeutet: eine Baumallee schaffen, die den Namen verdient und die Sichtachsen und den Blick auf die historischen Gebäudeschätze auf beiden Seiten des Rheins erlaubt - das Dikasterialgebäude und die Festung auf der rechten, das Deutschherrenhaus und das Deutsche Eck auf der linken. "Es geht rein um den Gartenbau, nicht um Naturschutz."

Ist es nicht machbar, beides unter einen Hut zu bringen? Die vorhandenen Bäume zu erhalten und dennoch das Konrad-Adenauer-Ufer ansprechend zu gestalten? Aus Peter Kothés Sicht ein Ding der Unmöglichkeit. "Wer sich einen unbefangenen Blick für Naturschönheit bewahrt hat, erkennt auf den ersten Blick die unnatürlichen, krankhaften, jeder harmonischen Wuchsform entbehrenden Missbildungen dieser vormaligen Allee. Sie ist das offenkundige Ergebnis jahrzehntelanger mangelnder gärtnerischer Unterhaltung. Aus der Nähe betrachtet, bietet diese verwahrloste Ansammlung den Anblick einer Karikatur, von Ferne verstellen die Bäume durch ihre Monstrosität den Blick auf die historischen Baudenkmäler."

Für Kothé bedeutet das: "Die Beseitigung der Platanen ist eine rein planerische, durch das Gestaltungskonzept der Buga vorzugebende Maßnahme." Diese habe mit "ökologischen" Begründungen - der Erhaltung einzelner Bäume oder der Bewahrung eines angeblich historischen Zustands - nichts zu tun.

Hoffnungen setzt der Biologe auf Buga-Chef Hanspeter Faas, der mehrfach daran erinnert hat, dass man nicht nur die Ökologie im Auge haben dürfe, sondern auch an ökonomische und soziale Aspekte denken muss. "Und an gartenarchitektonische, kulturtouristische und vor allem ästhetische Gründe", ergänzt Kothé. Seine Empfehlung an die Stadträte: "Sie sollten sich vergleichsweise einmal die Promenaden von Boppard, Engers, Unkel oder Bad Ems ansehen, wo eine solche Verschandelung nicht zugelassen worden ist."   Ingo Schneider

 

Rhein-Zeitung - Ausgabe Koblenz und Region vom 06.11.2008, Seite 13.

 

 

Adenauer-Ufer wird neue Flaniermeile zur Buga 2011

Die Planungen stehen, die Baustellentafel ist aufgestellt: Bald beginnen die Arbeiten für mehr als 14 Millionen Euro

KOBLENZ. Hochwertige Natursteine, moderne, transparente Geländer, eine Baumallee, die als auch solche erkennbar ist: Das Konrad-Adenauer-Ufer soll zur Buga 2011 eine Flaniermeile zwischen Kurfürstlichem Schloss und Deutschem Eck werden. Kosten: knapp 10 Millionen Euro. Und nicht nur die Optik wird aufgepäppelt: Für 4,5 Millionen Euro wird die Kaimauer saniert. Jetzt stellte die Buga-GmbH gemeinsam mit der Stadtverwaltung den aktuellen Planungsstand vor.

Und dieser wurde auch gleich mit einem deutlichen Zeichen sichtbar gemacht: In der Nähe des Pegelhäuschens wurde die erste Bautafel aufgestellt. Baudezernent Martin Prümm (CDU) stellte diese gestern vor. Auf einer Fläche von sechsmal viereinhalb Metern sollen solche Tafeln künftig an prägnanten Orten die Bürger und Besucher darüber informieren, was geplant ist.

Und das ist einiges am Konrad-Afenauer-Ufer: Neben der Kaimauersanierung steht auch eine Neuordnung der Steigeranlagen an. Die Uferfläche wird völlig neu gestaltet. Ein wichtiges Element ist dabei sowohl für Prümm, wie auch für Buga-Chef Hanspeter Faas der Abbau aller Barrieren, so dass auch Behinderte die neue Promenade genießen können.

Im ersten Schritt wird jetzt die Großbaustelle Rheinufer eingerichtet. Dann rollen in wenigen Wochen die ersten Bagger. Und die Arbeiten haben eine klare Ziellinie: "Die Sanierung muss Ende 2010 fertig sein", so Faas.   (is)

Rhein-Zeitung - Ausgabe Koblenz und Region vom 18.10.2008, Seite 19.

 

Kaimauer am Rhein wird bald saniert

Arbeiten sollen im Oktober beginnen - Gesamtkosten: 6,7 Millionen Euro

Wer sich Koblenz mit dem Schiff nähert, sieht als ersten Eindruck häufig die Kaimauer am Konrad-Adenauer-Ufer. Und diese ist derzeit wenig ansehnlich. Aber was noch viel gravierender ist: Sie ist nicht mehr standsicher. Das soll sich bis zur Bundesgartenschau 2011 grundlegend ändern.

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Foto: H.-J. Wurzbacher

KOBLENZ. Die Sanierung der Kaimauer am Koblenzer Konrad-Adenauer-Ufer soll im Oktober beginnen. Gleichzeitig werden auch die Steigeranlagen neu geordnet. Die Standsicherheit der Ufermauer ist nicht mehr gewährleistet. Daher werden in den kommenden Jahren - bis zur Buga 2011 - umfangreiche Maßnahmen notwendig. Gesamtkosten: 6,7 Millionen Euro. In seiner jüngsten Sitzung gab der Stadtrat mit großer Mehrheit (eine Gegenstimme, eine Enthaltung) grünes Licht für die Planungen. Im Gespräch mit der RZ erläutert Walter Gombert, Leiter des Tiefbauamts, die Details.

Der Ist-Zustand: Klar ist, dass eine Standsicherheit bei der vorhandenen Ufermauer nicht mehr gewährleistet ist. Besonders kritisch wird es, wenn der Wasserspiegel nach Hochwasser schnell sinkt, wenn der Zug auf die Poller durch Schiffe besonders stark wird. Klar ist für das Tiefbauamt aber auch: "Die Substanz ist sanierungsfähig", wie Gombert betont. Daher habe man sich gegen die anfänglich geplante Verankerung der Schiffe und Landungsbrücken an Dalben (Pfählen) entschieden. Wobei die Verwaltung keinen Hehl daraus macht, dass wirtschaftliche Gesichtspunkte ebenfalls gegen diese aufwendige Lösung gesprochen haben.

Die Sanierung: Die geplante Sanierung hat eine Stabilisierung der Mauer zum Ziel - im Bereich von der Stresemannstraße bis zum Deutschen Eck. Ein Kopfbalken aus Stahlbeton soll aufgesetzt werden. An diesem werden die Landungsbrücken mit Ringen befestigt. Die Verankerung der Schiffe erfolgt an Doppelpollern, die in einem Abstand von etwa 15 Metern eingebaut werden. Der Kopfbalken wird mit der Mauer durch senkrechte Bohrpfähle verbunden, die etwa 1,50 Meter tief eingelassen werden. Zudem werden Pfähle wie Anker mit einer Neigung von 20 Grad zwölf Meter tief in den Untergrund gesetzt. So soll gewährleistet werden, dass die Mauer den Zugkräften durch die Poller, durch die Schiffsanleger und die Schiffe standhalten kann. Zudem wird unter Wasser die Mauer mit einer unmittelbar vorgelagerten Bohrpfahlwand gegen ein Gleiten oder Kippen gesichert.

Die Optik: Die vorhandenen Natursteine werden weiter das Aussehen der Mauer bestimmen. Überflüssige Einbauten, wie Podeste, Stege und Treppen, werden entfernt, die Mauer wird gereinigt, Fugen werden mit Mörtel geschlossen.

Die Steigeranlagen: Die Zahl der vorhandenen 14 Schiffsanleger wird auf zehn reduziert - in Abstimmung mit den Betreibern. "Wir haben fruchtbare Gespräch geführt, für die ich mich nur bedanken kann", betont Walter Gombert. Jetzt werde die zur Verfügung stehende Uferlänge optimal genutzt. Die Schiffe werden an Pollern verankert (siehe oben), die Stege der Landungsbrücken liegen in Nischen auf der Kaimauer auf. Etwa an der Hälfte der Steigeranlagen wird es auch weiterhin Kartenverkaufshäuschen geben - allerdings einheitlich gestaltet. "Die Verwaltung hat das akzeptiert", erläutert Gombert, obwohl sie einen zentralen Kartenverkauf bevorzuge.

Der Naturschutz: Für die Sanierung der Kaimauer werden drei Platanen und eine Säulenpappel weichen müssen. Beim Bau des Kopfbalkens werden die Wurzeln in Mitleidenschaft gezogen, sodass eine Standsicherheit dann nicht mehr gewährleistet ist. Zudem wird Lebensraum für Tiere verschwinden, wenn die Bäume gefällt und die Fugen in der Kaimauer geschlossen werden. Es wird daher, so Gombert, ein naturschutzrechtliches Gutachten erstellt, und Ausgleichsmaßnahmen werden festgelegt.

Die Zeitachse: Die Ausschreibung der notwendigen Maßnahmen soll zwischen April und Juli 2008 laufen. Die Verwaltung hofft, im Oktober 2008 mit dem Bau beginnen zu können. Die Fertigstellung wird für Juni 2010 in Aussicht gestellt.

Die Kosten: 6,7 Millionen Euro sind für die gesamte Maßnahme kalkuliert. Davon werden 3,7 Millionen Euro über den Buga-Etat abgewickelt. Knapp 3 Millionen Euro für alle Maßnahmen, die im Zusammenhang mit der Neuordnung der Steiger stehen, sollen über den Haushalt der Stadt Koblenz abgedeckt werden.    Ingo Schneider

Rhein-Zeitung - Ausgabe Koblenz Stadt vom 15.03.2008, Seite 23.

 

 

Die Buga 2011: So geht es weiter

Im Juni beginnen die Arbeiten - Bäume werden bereits vorher gefällt - RZ-Übersicht: Antworten auf die wichtigsten Fragen

Wann gibt es eigentlich endlich etwas von der Buga zu sehen? Eine Frage, die sich in den vergangenen Monaten viele Koblenzer gestellt haben. Wann tut sich was? Warum müssen Bäume gefällt werden? Wann kommt die Seilbahn? Die wichtigsten Fragen im Überblick.

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Foto: H.-J. Wurzbacher

KOBLENZ. Im Juni geht es los mit den ersten Arbeiten für die Bundesgartenschau 2011 in Koblenz. Den Zeitplan stellten jetzt Buga-Chef Hanspeter Faas und Planungsleiterin Ulrike Kirchner vor. Bagger werden rollen, Bäume fallen, Parks entstehen, Parkplätze verschwinden. Viele Neuerungen, viele Fragen: Die RZ gibt die Antworten auf die wichtigsten.

Wo werden die ersten Bagger rollen?

Los geht es im Juni mit Arbeiten im Schlossgarten am Parkplatz an der Pfaffendorfer Brücke und den Freianlagen im Blumenhof. Im Herbst werden dann auch die Freiflächen im Innenbereich des Schlossvorplatzes, innerhalb der so genannten Zirkularbauten, in Angriff genommen. Bereits in den kommenden Wochen wird im Schlossgarten gerodet.

130 Bäume sollen gefällt werden - 67 im Schlossbereich, 63 in der weiteren Innenstadt. Warum?

Natürlich zum Teil auch, weil sie nicht in die Planungen passen, wo sie einer Neugestaltung oder einer attraktiven Sichtachse im Weg stehen. Viele der Bäume aber sind alt, beschädigt oder gefährden mit ihren Wurzeln historische Mauern. Die Planer legen Wert auf die Feststellung, dass ein Austausch vor allem dort geplant ist, wo er auch ohne Buga sinnvoll wäre Dort nämlich, wo eine Verjüngung des Baumbestands sinnvoll ist.

Gibt es Ersatz?

Es werden 300 neue Bäume gepflanzt. Damit sollen auch durchgehende Baumstrukturen geschaffen werden, etwa die Platanenallee am Konrad-Adenauer-Ufer oder die vorhandene Lindenreihe im Schlossrondell komplettiert oder fortgeführt werden.

Wurde der Naturschutz berücksichtigt?

Jede einzelne Baumfällung, so Planerin Kirchner, wurde in einem langwierigen Abstimmungsprozess mit allen beteiligten Gremien diskutiert. Die ursprünglich geplante Zahl der Bäume konnte dabei noch einmal reduziert werden. Begleitet wurde das Ganze von Gutachten, die auch geprüft haben, ob der Lebensraum zum Beispiel für Fledermäuse tangiert wird. Bereits jetzt werden Ausgleichsmaßnahmen in Sachen Artenschutz in Angriff genommen.

Auf dem Schlossvorplatz darf künftig überhaupt nicht mehr geparkt werden?

Nein, die Parkplätze werden dauerhaft verschwinden. Ein neuer Parkplatz entsteht dafür an der Pfaffendorfer Brücke, im Sommer beginnen zudem die Arbeiten für die Tiefgarage am Schloss. Diese wird im Bereich des heutigen Parkplatzes der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord ihren Eingang haben.

Warum wird der Verkehr vom Schloss verbannt?

"Rund um das Schloss", so Ulrike Kirchner, "gibt es bereits eine sieben Hektar große Grünanlage." Diese werde allerdings so nicht genutzt, sei teilweise nicht einmal zugänglich. Den neu zu gestaltenden Clemens- und Reichensperger Platz dazugerechnet, handele es sich sogar um fast acht Hektar. Entstehen soll ein Park, der als verlängerte Achse der Schlossstraße durch das geöffnete Schloss und den Schlossgarten die Innenstadt mit dem Rheinufer verbindet. Über die geplante, 100 Meter breite Freitreppe zum Fluss sollen die Menschen den Rhein unmittelbar erleben können.

Ist das Schloss der einzige Bereich, aus dem der Verkehr wird weichen müssen?

Nein, auch am Konrad-Adenauer-Ufer wird der Individualverkehr verschwinden. Die Andienung des Ufers wird sichergestellt. Und auch um das Deutsche Eck herum wird es Änderungen geben: Der Busparkplatz wird in Richtung Altstadt verlegt. "Das Deutsche Eck wird künftig in einer Parklandschaft liegen", kündigt Kirchner an.

Stehen die Verträge für die Seilbahn?

Nein, aber es läuft nach Einschätzung von Buga-Chef Faas sehr gut. Zwei Bewerber für die Verbindung zwischen Konrad-Adenauer-Ufer und Festungsplateau haben sich herauskristallisiert. Mit beiden werden jetzt parallel die Konzepte erarbeitet. Erst dann geben beide ihr Angebot ab. Die Lösung für die Flussüberquerung an 800 Metern frei tragendem Seil könnten durchaus unterschiedlich ausfallen.   Ingo Schneider

Rhein-Zeitung - Ausgabe Koblenz Stadt vom 13.03.2008, Seite 17

 

Zentralplatz-Pläne liegen auf Eis

Streit zwischen Investor, Stadtspitze und CDU geht weiter - Züblin: Union am Zug - Assenmacher: Keinen Druck durch die Buga

Der Rauch der Koblenzer Ratssitzung verzieht sich allmählich und gibt den Blick frei auf eine verfahrene Situation: Gegner und Befürworter der Zentralplatzpläne schieben sich gegenseitig den Schwarzen Peter zu. Die Zukunft des Platzes ist wieder völlig offen.

KOBLENZ. Das Zentralplatz-Projekt steht auf der Kippe, die Umsetzung des Investorenmodells scheint bis zur Buga 2011 kaum noch machbar. Mit ihrem Änderungsantrag - initiiert von der CDU - haben Union, Grüne und FDP in der Ratssitzung am Donnerstag hohe Hürden für die Investoren gesetzt. Und die Antwort von Züblin Development ist klar: Das Projekt liegt auf Eis, jetzt sei die Politik gefordert.

"Die CDU hat klargemacht, was sie nicht will", meint Bereichsleiter Rainer Maria Schäfer, "jetzt muss sie in den kommenden Wochen erklären, was sie will." Solange werde man keine weiteren Planungsmittel in die Hand nehmen. "Die Geschäftsgrundlage wurde entzogen", betont der Prokurist, "wir haben im Moment keine Vertrauensbasis mehr."

Dabei schlägt er die Tür nicht völlig zu, signalisiert durchaus Gesprächsbereitschaft. Aber: "Wir sind nicht am Zug." Und sollte die Ratsmehrheit von der Festlegung auf 20 000 Quadratmeter abrücken, ist für ihn eine Wirtschaftlichkeit nicht mehr gegeben. Schäfer: "Es gibt keinen Spielraum mehr."

Das sieht die CDU anders - und sieht sich dabei von den bisherigen Beschlüssen gedeckt. "Wir haben die Planungshoheit", betont Fraktionsvize Hans-Jörg Assenmacher. Und so habe der Rat stets 6000 Quadratmeter Platzfläche gefordert. Spreche man von einem Wegfall der Geschäftsgrundlage, so gelte das insbesondere für Planungen, in denen diese Forderung nicht umgesetzt sei. Und die Einzelhandelsfläche? "Wir brauchen ein Einzelhandels- und ein Verkehrskonzept." Und das, bevor man sich auf Leitlinien festlege.

Doch genau darin sieht Oberbürgermeister Dr. Eberhard Schulte-Wissermann (SPD) ein vor allem zeitliches Problem: "Das Einzelhandelskonzept wird vor 2009 nicht vorliegen", betont der Stadtchef - dem die Enttäuschung über den Verlauf der Ratssitzung deutlich anzumerken ist. Zudem seien die Fragen wie auch das Verkehrskonzept im Rahmen der Bauleitplanung zu klären, nicht vorher.

Ist eine Lösung bis zur Buga überhaupt noch realistisch? "Ich sehe die Gefahr, dass das jetzt sehr schwierig wird", räumt der Stadtchef ein. Und dass das Projekt ohne die "Ziellinie Gartenschau" auf die lange Bank geschoben wird. Es sei doch nur sinnvoll, die Maßnahme so zu koordinieren, dass sie bis zu dem Großereignis fertig sei - will man nicht Millionen von Besuchern die derzeitige Brachlandschaft präsentieren.

Doch dieses Argument will die CDU nicht gelten lassen: "Wir sind der Meinung, dass für dieses anspruchsvolle Projekt die Zeitachse zu kurz ist", sagt Hans-Jörg Assenmacher. Alle Antragsteller - CDU, Grüne und FDP - hätten deutlich gemacht, dass sie auf Qualität, nicht auf Schnelligkeit der Umsetzung Wert legen. Assenmacher: "Man sollte nicht so tun, als ob das Glück der Buga am Zentralplatz hängt." Die Vorgaben des Antrags seien als Arbeitsauftrag zu verstehen. Wenn der Investor erkläre, die CDU sei jetzt am Zug und eine Verweigerungshaltung einnehme, mache er den Fehler. "Das war kein Verhinderungsantrag", betont er.

Doch genau dieser Eindruck ist beim Investor und der Stadtspitze geblieben. Ein "Investorenschreck" werde betrieben, ärgert sich der OB. "Wir verlieren den Glauben in die Verlässlichkeit des Rates", sagt Rainer Maria Schäfer. Eine schwierige Grundlage für ohnehin schwierige Gespräche in den kommenden Wochen.   Ingo Schneider

 

Rhein-Zeitung - Ausgabe Koblenz Stadt vom 08.03.2008, Seite 21.